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Setzt die Segel!

Das erste Piratenschiff, das aus fünf Lagen Forexplatten gebaut ­worden ist: 47m2 Grundfläche – groß und stark genug, um die ­Internationale Tourismusbörse (ITB 2016) mit einer gefährlichen ­Botschaft zu entern: „Wir kommen!“ Die branchenweit gefürch­teten Urlaubspiraten hatten mit ihrem Schiff am Pier des Berliner Messedamms festgemacht, drei Fässer Rum an Land gerollt für all die Seemänner und -frauen, die sich gerne anwerben lassen wollten. Und tatsächlich: Die Tourismus-Freibeuter haben die Herzen der Messebesucher im Sturm erobert. Johannes Meissner, eher eine ­Berliner satis&fy-Landratte, ließ sich gerne zu dieser karibischen See-Abenteueroptik inspirieren: „Einen Messestand zu bauen, war für mich was Neues und die Art und Weise, wie er entstand, war noch außergewöhnlicher.“ 

Jeder Eventmanager weiß: Eine Messe bringt in der Vorbereitung andere Voraussetzungen mit als zum Beispiel Industrie-Veranstaltungen. Es gibt keine Lager, Internet und Strom liegen nicht in der Hand des Projektteams, für alles gibt es unterschiedliche Ansprechpartner. Das erfordert eine ganz eigene Herangehensweise an ­solche Projekte. Ein Vorteil: Nicht zum ersten Mal hatten Johannes und seine Leute mit der Berliner Agentur Albamy dergleichen Events betreut. So entstand mitten im tristen Berliner November das ­Konzept vom mittelalterlichen Seeräuberschiff. Die Besatzung auf Beutezug durch die sieben Weltmeere auf der Jagd nach den besten Reiseschnäppchen. Johannes: „Albamy wusste halt, dass wir den Kreativprozess mit den vielen uns zur Verfügung stehenden Mitteln perfekt begleiten können.“ Schon eine variable Auswahl absolut ­realistisch anmutender Renderings aus der Kreativabteilung in ­Karben verminderten das Risiko, dass Kunde und Dienstleister anein­an­der vorbeiplanten bzw. -redeten. Ein zweistöckiges Piratenschiff bekam den Zuschlag. 

Kay Ruchay, technischer Leiter des Projekts bei satis&fy Berlin, avancierte schnell zum Schiffsbauingenieur. Materialtechnisch entschied er sich zugunsten des Materials Forex (Hartschaumplatten). Warum? „Weil das Boot ja nicht schwimmen muss!“ Schwimmen vielleicht im übertragenen Sinn. Untergehen im Meer der Messestände? Unvorstellbar für die von der HolidayPirates GmbH betriebene Website Urlaubspiraten.de. Kay: „Der Kunde wusste in diesem Fall genau, was er wollte. Mit uns hatte er einen Partner, der die Idee eins zu eins umsetzen kann!“ Sogar die Geschäftsführung des Berliner ­Startup-Unternehmens brachte ihre Vorstellung direkt mit ins Boot: Den Markt abfischen mit einer frechen, mutigen, jugendlich aufgestellten Mannschaft. In Halle 25 der ITB sorgte der auf eine Kon­struktion aus Speedwall gestellte 75m2 große Messestand jedenfalls sofort für Aufsehen. Wie aus einer anderen Welt brach der mit ­Digitaldruckfolie in verwitterter Holzoptik beklebte Zweimaster ­mitten hinein ins Messealltagsallerlei. Mit Erfolg: Das beweist nicht nur der Preis für eine der besten Konzeptideen (Best Exhibitor Award, Rang 2 in der Kategorie Travel Organisation), so Kay und führt aus: „Viele Kamerateams haben das Schiff auch als Hintergrund für ihre ITB-Bericht­er­stattung genutzt.“ Die von Kay gewählte Alu­minium-Forex-Verbund-Konstruktion des Gesamtkunstwerks er­mög­lichte statisch betrachtet auch ein zweites Stockwerk und erfüllte locker die Standsicherheitsnachweise. Besucher gelangten hinter der archaisch wirkenden Flaggschiff-Fassade über eine Treppe aus Bütec-Elementen hinauf auf fünf Meter Höhe. Auf der Kapitäns­brücke durften sie den Blick bis an den Horizont der Reisebranche genießen, in Ruhe reden und zugleich die Lage backbord im Blick behalten. Die Sicht auf einen 65 Quadratmeter großen, auf HD34 Traverse von Eurotruss gespannten Digitaldruck ging direkt ins Karibische Urlaubsglück und ließ den Standbetreiber und die Schiffs­besucher von neuen touristischen Eroberungen träumen.

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